Der verborgene Stil, das ist der wesentliche Stil. Dieser verborgene Stil verläuft, manchmal mäandernd in Schleifen, wie ein durchsichtiger Faden durch alle Kunst hindurch und kann, je nachdem mal feiner mal grober, in aller Kunst erlebt, gefühlt, erfahren, vorgestellt und wahrgenommen werden.

Man kann sagen: ich kann von allem inspiriert sein, was da ist, sei es geistiger Art, mittels Imagination oder real. In meiner Alchemistenküche läuft alles zusammen, und im geheimen, verborgenen Gefäss der Gefässe wird dann alles, was da an Information reinkommt, mittels "der schwarzen Kunst" von mir wieder aufbereitet ...

... das ist wie bei Sire George Ripley's Kröte ... kochen, sieben, trennen, zusammenfügen, nochmal kochen ... destillieren, mischen, separieren, nochmal mischen, dazutun, weglassen, erhitzen, sanft abkühlen, ... und so weiter ... bis das Elexier, das Gold, das Große Werk vollendet ist ... 

darüber aber schweigen die Meister oder ergehen sich gar in rätselhafter Rede ....

Gepriesen seien sie alle
wer uns solch geheimen Mittel
schenkt ....

© Arkis

PS: Jede Kunst ist in ihrem Wesen vorwiegend Ausdruck des Prärationalen (des Prälogischen) und des Irrationalen, wobei das Mentale als Ordnungskraft mitspielt; sie ist also vornehmlich innerhalb der magischen und mythischen Bewußtseinsstrukturen beheimatet. Ihre Wurzeln liegen wahrscheinlich noch tiefer, denn sie ist die ursprungsnaheste Ausdrucksart des Menschen.

Da sie vorwiegend in den nichtrationalen Bereichen zuhause ist, ist ihr, redlich gesprochen, jedwede mentale Interpretation ungemäß. Jede Deutung eines Kunstwerkes bleibt ein Wagnis. Was sich im Tone ausdrückt, was in Bauformen oder in Zeichnung und Farbe Gestalt annimmt, ist mit dem Wort nicht wiederholbar. Wie soll also mit Mitteln der Sprache Aufschluß gegeben werden über Werke der Musik, der Malerei und Architektur, die sich ohne Sprache Ausdruck verschaffen? Das, was nur sprachlos echte und unmittelbare Äusserung ist, kann nicht 1 zu 1 ins Wort übersetzt werden. Und das nachempfindende, sezierende, analysierende oder vergleichende "Sprechen über" die Kunst gibt uns keine Hinweise, am wenigsten auf aperspektivisches Wahrnehmen, das sich gerade in den Künsten, den seismografischen Äusserungen des Menschen, am deutlichsten (oder doch am stärksten) spiegelt und damit ablesbar sein sollte.


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