Von temeres

Er schaute früh bewußt auf sich, sein Handeln, sein Wollen, wählte Abgeschiedenheit, Differenzierung
und Freiheit von anderen. Er löst sich aus seiner Familie, ging in die Einsamkeit und erkundete einige
Jahre sich und sein Dasein. Er wohnte abgeschieden, begann zu lesen und zu malen und die Natur in
Wanderungen zu erkunden.

Er spürte, dass ihm gleichförmige, unwandelbare Menschen unheimlich waren und wünschte sich eine
freie selbstbestimmte Arbeit ohne Angestelltenverhältnis, eine Arbeit, die ihm größtmögliche Ausdehnung
in die eigene Individualität und Metaphysik versprach.

Malen wurde zum Mittelpunkt seines Lebens, zwischen Farben, Pinsel und Leinwand spürte er sich
intensiv und sein Denken und Fühlen wuchs und formte sich in ersten Bildern. Er suchte Klarheit,
Sichtbarkeit und Tiefe, eine ewige alte Welt, von der er schon spürte, dass er sich ihr verpflichten würde.

Er wollte etwas Besonderes erschaffen, ein solides Werk hinterlassen, mit Energie sich widmen und
selbstvergessen Arbeiten. Seine Seele fand Ausgleich und Harmonie, wandelte auf Grenzen, überschritt
diese mit schamanischen Absichten und psychedelischen Drogen. Er fand Gleichgesinnte, verlor alte
Freunde, fand neue, machte eine solide Ausbildung, heiratete, bekam Kinder, und versuchte, Malen und
ungeliebte Brotarbeit zu verbinden. Seine Kinder wuchsen heran, er liebte seine Frau, verkaufte seine
Bilder und konnte sich irgendwann, nicht ohne Mühen, ganz der Malerei widmen. 
 
 

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